Einführung in das Werk
Johann Sebastian Bachs herrliche Kantate 140 "Wachet auf, ruft uns die
Stimme" (entstanden 1731) folgt den drei Strophen des Philipp
Nicolai-Chorals. Die Texte werden mit freier Dichtung angereichert: Jesus,
"der Bräutigam", kommt zur Seele der Gläubigen, seiner "Braut". In
der Verwendung der musikalischen Mittel spart Bach nicht mit dem
Einsatz inniger Liebesmusik; das zauberhafte erste Sopran / Bass-Duett gehört
musikalisch zu den schönsten Liebesliedern der Literatur.
Joseph Rheinberger (geb. 1839 Vaduz, gest. 1901 München) wirkte
v.a. in München als Organist, Komponist, Chorleiter und gesuchter
Professor für Orgel und Komposition (Kontrapunkt). Seine pädagogischen
Fähigkeiten müssen ausgeprägt gewesen sein. Rheinbergers Werke werden heute
wieder vermehrt geschätzt, liedhafte Melodieführung und reiche Harmonik sichern
ihnen Schönheit und Qualität.
Franz Schuberts 2. Messe in G-Dur, geschrieben im Alter von 18 Jahren,
entstand in nur 6 Tagen! Es war die höchst produktive Phase
mit weiteren Kirchenmusiken, vielen Instrumentalstücken und Kunstliedern,
für die Schubert bekannt und später berühmt werden sollte.
Als Besonderheit erklingt in diesen Konzerten die durch Bruder Ferdinand
ergänzte Instrumentierung: Zu den Streichern und der Orgel treten
Trompeten und Pauken sowie Oboen und Fagotte hinzu. Diese
klangliche Erweiterung führt das ursprünglich intimere Werk in den
Glanz festlichen Musizierens.
(Dokumentation Felix Schudel)
|