Einführung ins Werk
«Israel in Egypt» nimmt in
Händels Oratorienschaffen eine
Sonderstellung ein, da kein anderes
Werk so vom Chor dominiert
wird. Händel stellt keine Einzelperson
in den Mittelpunkt. Entsprechend
wenig ist für Solisten vorgesehen;
in unserer Aufführung
verzichten wir sogar auf Sopran-
und Bass-Soli. Zu Stimmungs- und
Farbwechsel kommt es trotzdem,
da der Komponist nicht zuletzt
mit der Zweichörigkeit raffinierte
Wirkung erzielt. Auch zusätzlich
eingeschobene Instrumentalstücke
bringen klangliche Vielfalt.
Nach der Uraufführung und
den ersten Aufführungen von
1739 kürzte Händel das dreiteilige
Oratorium: Teil I, das «Funeral
Anthem for Queen Caroline» fiel
aus unbekannten Gründen weg.
16 Jahre später wurde Teil I durch
Musik aus anderen Händelwerken
ersetzt.
Fast ausschliesslich wurde jedoch
die zweiteilige Fassung aufgeführt
und auch so publiziert, wie
es die italienische Praxis war, wo
Oratorien zweiteilig waren.
Wie bei «Messiah» scheint
Charles Jennens die Bibeltext-Zusammenstellung
aus dem Buch Exodus
sowie dem 105. Psalm besorgt
zu haben. Hier wird beschrieben,
wie die Kinder Israels in Ägypten
versklavt wurden, dann als Folge
der Plagen, die Gott den Ägyptern
sandte, befreit wurden und
schliesslich durch die wundersame
Durchquerung des Roten Meeres
endgültig entkamen.
Im Händel-Gedenkjahr 2009
wurde dem Phänomen «George
Frideric Superstar oder: Warum
ist Händel so populär» in der NZZ
nachgegangen. Autorin Prof. S.
Leopold (Universität Heidelberg)
beschreibt hier die grössten Stärken
von Händels Musik als «von
einer atemberaubenden Simplizität
und dennoch in ihrer Wirkung
überwältigend, bis ins Detail kalkuliert,
aber gleichwohl von einer
kaum zu übertreffenden emotionalen
Unmittelbarkeit».
Dokumentation Felix Schudel (nach C. Bartlett)
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